Mantlerhof Weingarten
„Mit dem guten Geschmack ist es ganz einfach: Man nehme von allem nur das Beste.“
Oscar Wilde
Begrünung im WeingartenWeinflaschen am MantlerhofWeingarten am MantlerhofMantlerhof DetailKellerarbeit am MantlerhofRegion rund um den Mantlerhof
Sechs Säulen. Eine Überzeugung.

Wein als Synergie zwischen Natur und Kultur

Unsere Betriebsphilosophie in ein paar Sätzen auf den Punkt zu bringen, ist für uns nahezu unmöglich. Vielleicht liegt es daran, dass man im Weingarten und Keller oft viel Zeit zum Nachdenken hat und sich so viele Ideen ansammeln. Unten haben wir unsere Philosophie in sechs Punkten beschrieben. Diese sechs Punkte sind die Säulen, auf denen unsere Überzeugung ruht: sechs Wege, die gemeinsam zu einem möglichst ehrlichen, naturnahen Wein führen sollen, hinter dem wir voll und ganz stehen.

EU Bio

Biologisch

Im Weingarten arbeiten wir nach den Grundsätzen der organisch-biologischen Wirtschaftsweise. Seit den 1950er-Jahren arbeiten wir ohne Insektizide und Herbizide. „Ich würde es nicht auf meinen Salat spritzen, also wieso sollte ich es auf meinen Wein spritzen?“, war der Gedanke von Sepp Mantler sen. Außerdem gefielen ihm die totgespritzten, verdorrten Pflanzen im Weingarten auch rein optisch nicht. Bald bemerkte man positive Effekte auf die Umwelt: Nützlingsbestände regenerierten sich, das Ökosystem Weingarten fand wieder in ein natürliches Gleichgewicht, und die Pflanzenvitalität stieg. Der Mantlerhof war einer der ersten Betriebe mit Versuchen zur Begrünung zwischen den Rebzeilen – eine Vorgehensweise, die heute allgemein üblich ist und zur guten Praxis gehört. Es wurde also schon sehr früh nach selbst gesetzten Nachhaltigkeitskriterien gearbeitet. Für die Umstellung auf zertifizierte biologische Bewirtschaftung brauchte es aber noch einen Schlüsselmoment im Jahr 2002. Die Gemeinde Gedersdorf wurde von einem Jahrtausendhochwasser des Kamps verheerend getroffen. Dieser Kraftbeweis von Mutter Natur war ein Weckruf. Wir wollten mehr tun, denn als Bauern tragen wir gesamtgesellschaftliche und generationenübergreifende Verantwortung. Die biologische Wirtschaftsweise leistet hier einen entscheidenden Beitrag. Der Zertifizierungsprozess für Landwirtschaft und Weinbau wurde nach und nach eingeleitet und schließlich 2009 abgeschlossen. Zusätzlich zu den gesetzlichen Kriterien versuchen wir, durch gezielte Maßnahmen während unseres jährlichen Arbeitszyklus bestimmte Mitbewohner unserer Weingärten und Äcker zu schützen. Bodenarbeiten werden auf Hasen und Ziesel abgestimmt. Kleine Brachflächen werden der Natur, Lösswände den Höhlenbrütern überlassen. Bei der Neuanlage von Weingärten ziehen wir Fachleute aus dem Naturschutz hinzu.

ÖTW – Österreichische Traditionsweingüter

Lagen

In unserem Betrieb gibt es nur eine Handvoll Weine, die keinen Riedennamen auf dem Etikett tragen. Bei uns geht es also wirklich um die ganz kleine Herkunft: die Einzellage, die Riede. Jeder Fleck des Weinbergs hat andere Eigenschaften: der Boden, das Mikroklima, Flora und Fauna und noch viele weitere kleine, verborgene Einflüsse, von denen man vielleicht gar keine Ahnung hat. Die Unterschiede, die sich durch diese vielfältigen Einflüsse in den Weinen ergeben, wollen wir herausarbeiten. Einige unserer Einzellagen füllen wir seit den 1940er-Jahren in die Sieben-Zehntel-Flasche ab – damals eine revolutionäre Pionierleistung. Aus dieser Überzeugung und persönlichen Leidenschaft heraus waren wir bei der Gründung der Österreichischen Traditionsweingüter dabei. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die österreichische Reblandschaft nach französischem Vorbild zu klassifizieren. Weingärten, die traditionell bessere Qualitäten geliefert haben, wurden von den jeweiligen Winzern in den Rang einer „Ersten Lage 1ÖTW“ erhoben. Als Gründungsmitglied der Österreichischen Traditionsweingüter war Sepp Mantler an der Formulierung der Ziele dieser Vereinigung beteiligt.

Mantlerhof

Jahrgangstreu

Die Grundlage jeder Qualität im Wein wird im Weingarten gelegt. Besonders wichtig sind hierbei eine sorgfältige Lese und strikte Selektion. Um die hervorragende Qualität der Trauben, die auf unseren Einzellagen wachsen, pur herauszuarbeiten, lautet bei uns im Keller die Devise: „Weniger ist mehr.“ Wir verzichten auf ein Auf- oder Entsäuern der Weine; Zucker wurde schon seit über 70 Jahren nicht mehr zugesetzt. Die Weine kommen also ungeschönt – mit Ausnahme von Stabilisierung und Filtration – in die Flasche und spiegeln ihre Wachstumsbedingungen treu wider. Stress tut weder dem Menschen noch dem Wein besonders gut. Durch ein spätes Erscheinen der Weine, meist frühestens ein halbes Jahr nach der Lese, haben sie genug Zeit, eine innere Harmonie und Ausgewogenheit zu erreichen. Eine längere Lagerung im Keller, mit Bâtonnage oder sur lie, verleiht den Weinen ein langes Leben. Die Summe dieser Maßnahmen – oder eben dieses Nichtstuns – sorgt auch dafür, dass unsere Weine ihren Jahrgang intensiv wiedergeben. In heißen Jahren werden die Weine merkbar runder und cremiger, in kalten Jahren eher frisch und straff. Uns sind diese Unterschiede wichtig. Sie sind ein Zeugnis dafür, dass unser Wein immer noch ein Naturprodukt und kein Kunstprodukt ist.

Slow Food

Slow Food

Unsere wichtigste Sorte und unser Steckenpferd, der Rote Veltliner, wurde als erste Rebsorte in die Arche des Geschmacks aufgenommen. Der Slow-Food-Verein sieht ihn damit als besonders schützenswerte alte Sorte an. Er wurde sogar in den Rang eines Slow Food Presidio erhoben. Uns als Mitglieder freut das natürlich besonders. Wir setzen uns dafür ein, dass der Rote Veltliner und andere alte, lokale Sorten die Pflege und Anerkennung bekommen, die sie verdienen.

V-Label Vegan

Vegan

Durch unsere puristische Herangehensweise im Keller und den bewussten Verzicht auf nahezu alle Schönungen sind alle unsere Weine frei von tierischen Zusatzstoffen und daher für einen veganen Lebensstil geeignet. Uns freut es, dass unser Wein somit von fast allen Menschen genossen werden kann. Kontrolliert durch die Austria Bio Garantie und zertifiziert durch die Österreichische Vegane Gesellschaft.

Mantlerhof

Regionalität

Wir verarbeiten nur biologische Trauben aus unseren eigenen Weingärten. Nur so können wir sicherstellen, dass alle Trauben nach unseren Zielvorstellungen produziert werden. Unsere Weingärten befinden sich alle in einem Umkreis von zwei Kilometern rund um Gedersdorf.

Autochthone Rebsorte

Roter Veltliner

Roter Veltliner Trauben
Roter Veltliner

Roter Veltliner

Eine eigenständige Sorte mit Struktur, Würze und ruhiger Tiefe.

Zum Wein

Der Rote Veltliner ist eine alte, autochthone Rebsorte aus unserer Region. Namensgebend sind die in der Reife hellroten oder zartrosa Beeren. Sepp Mantler Senior hat sich schon seit den 1930er-Jahren intensiv mit dieser Rebe beschäftigt. Seitdem wird sie auf dem Mantlerhof durchgehend kultiviert.

Über viele Jahrzehnte hinweg hatten wir quasi ein Monopol auf die Sorte. Zwar war der Wein immer hochgeschätzt, die Rebe gilt aber als sehr anspruchsvoll in der Kultivierung. Es sind also viel Leidenschaft und Liebe zum Detail gefordert. Nur wenige Weinbauern waren und sind bereit, sich dieser Herausforderung zu stellen. Wir als Familie sind sehr stolz auf dieses Erbe und sehen uns als Hüter des Roten Veltliners. Bei uns wird er immer einen sehr hohen Stellenwert genießen.

Seine Stärke als Wein zeigt er bei guter Traubenreife. Er hat ein fülliges Bukett und ist am Gaumen mundfüllend und lang. Er genießt den Ruf guter Lagerfähigkeit. Als alte Rebsorte zeigt er sich auch resilient gegenüber den Veränderungen in unserem Klima.

Sepp Mantler und der Rote Veltliner sind eine fast unschlagbare Kombination. Sein „Reisenthal“, mit Flaschenreife genossen, kombiniert mit einem Schweinebackerl, ist Genuss pur!

Alex Koblinger, Master Sommelier
Autochthone Rebsorte

Neuburger

Neuburger
Neuburger

Neuburger

Ein stiller Klassiker mit feiner Textur und klarer Herkunft.

Zum Wein

Als Margit Mantler-Ferstl in den 1990er-Jahren die Wachau verließ, um sich am Mantlerhof niederzulassen, brachte sie den Neuburger mit. Diese Rebe hat nun schon über 30 Jahre Tradition am Mantlerhof. Sie wird in den hervorragenden Rieden Steingraben und Reisenthal kultiviert.

Die Geschichte des Neuburgers ist in Österreich fest mit den Familien Ferstl und Mantler verwoben. In den 1860er-Jahren zog unser Ahne Christof Ferstl, Weinhauer in Oberarnsdorf in der Wachau, ein kleines Bündel Reben aus der Donau, pflanzte sie und kelterte schließlich Wein daraus. Der gute Ruf der „Neuen Rebe“ verbreitete sich bald über die Gemeindegrenzen hinaus. Besonders die Weinhauer in Spitz an der Donau interessierten sich für diese Rebe. Sie holten sich Reben aus Arnsdorf und pflanzten sie bei der Ruine Hinterhaus in Spitz, die im Volksmund den Namen „Burg“ führte. Aus dem Ausdruck „neue Rebe von der Burg“ entstand der heute noch gebräuchliche Name „Neuburger“.

Im Weingarten ist sie eine anspruchsvolle Rebe, die dem Winzer viel Handwerk abverlangt. Dafür bringt die Sorte Weine hervor, die wahrlich universelle Essensbegleiter sind: weich und vollmundig, elegant und cremig, mit einer angenehmen nussigen Frische. Die Betonung liegt eher auf dem Körper als auf der Frucht.

Menschen hinter dem Mantlerhof

Die Menschen dahinter

Ein Familienbetrieb lebt von den Menschen, die ihn tragen. Lernen Sie das Team des Mantlerhof kennen - mit Erfahrung, Hingabe und einem gemeinsamen Verständnis von ehrlichem Wein.

Über die Familie